Konrad‑​Redeker‑​Preis für Rechtsstaatlichkeit, Haltung und Resilienz 2026 geht an Prof. İbrahim Özden Kaboğlu

Berlin, 9. Juli 2026. Die Sozietät Redeker Sellner Dahs zeichnet den Präsidenten der Istanbuler Anwaltskammer, Prof. İbrahim Özden Kaboğlu, am 4. September 2026 mit dem Konrad‑​Redeker‑​Preis für Rechtsstaatlichkeit, Haltung und Resilienz aus.

Prof. Kaboğlu setzt sich als Rechtsanwalt, Kammerpräsident und Verfassungsrechtler auch unter schwierigsten Bedingungen für die Aufrechterhaltung rechtsstaatlicher Standards in der Türkei ein. Er hat, auch als Abgeordneter des Parlaments, wiederholt auf die zunehmend prekären Rechtsstaatsdefizite in der Türkei aufmerksam gemacht und eine unabhängige gerichtliche Kontrolle durch die türkische Justiz gefordert. Trotz strafrechtlicher Ermittlungen gegen die Anwaltskammer und politischer Anfeindungen hält er unbeirrt an seinem Einsatz für die Freiheit der Anwaltschaft und die Bindung staatlichen Handelns an Recht und Verfassung fest. Sein Freispruch in einem vielbeachteten Strafverfahren Anfang 2026 wurde international als wichtiges Signal für das Zusammenstehen der europäischen Anwaltschaften gewertet. „Ibrahim Özden Kaboğlu verkörpert in besonderer Weise die Werte, für die dieser Preis steht: Rechtsstaatlichkeit, Haltung und Resilienz. Sein beharrlicher Einsatz für die Unabhängigkeit der Anwaltschaft und der Justiz verdient höchste Anerkennung“, erklärt Dr. Ulrich Karpenstein, Partner bei Redeker Sellner Dahs und Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins.

Mit dem Konrad‑​Redeker‑​Preis würdigt Redeker Sellner Dahs Persönlichkeiten, die sich unter schwierigen Bedingungen für die Grundprinzipien des Rechtsstaats einsetzen. Die Auszeichnung wurde 2025 ins Leben gerufen und wird jährlich an Juristinnen und Juristen verliehen, die durch ihr Wirken die Unabhängigkeit von Justiz und Anwaltschaft stärken und rechtsstaatliche Werte gegen politischen oder institutionellen Druck verteidigen. „Der Rechtsstaat lebt von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und auch unter widrigen Umständen für seine Prinzipien einzutreten. Dieses Engagement sichtbar zu machen und zu würdigen, ist das Anliegen unseres Preises“, erläutert Ulrich Karpenstein. Hans‑​Peter Hoh, Vorsitzender des Managementausschusses der Sozietät, ergänzt: „Die Preisträgerinnen und Preisträger zeigen vorbildlich, welche Bedeutung eine unabhängige Rechtspflege für den demokratischen Rechtsstaat hat. Als Anwaltssozietät sehen wir uns in der Verantwortung, die öffentliche Aufmerksamkeit für Gefährdungen rechtsstaatlicher Strukturen zu schärfen und unseren Beitrag zu ihrem Schutz zu leisten.“

Namensgeber des Preises ist Prof. Dr. Konrad Redeker, dessen Wirken die Entwicklung des Rechtsstaats in der Bundesrepublik nachhaltig geprägt hat. Als Anwalt und Streiter für die Unabhängigkeit der Rechtspflege setzte er sich zeitlebens für die Freiheit der Anwaltschaft sowie für die Bindung staatlichen Handelns an Recht und Gesetz ein. Zugleich gehörte er zu denjenigen, die frühzeitig die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Rechtswissenschaft vorantrieben. Sein Verständnis eines wehrhaften und zugleich freiheitlichen Rechtsstaats bildet bis heute den Maßstab, an den der Konrad‑​Redeker‑​Preis anknüpft.

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